Barometer zur sozialen Nachhaltigkeit der Energiewende 2018

Die Zustimmung der deutschen Bürgerinnen und Bürger für die Energiewende bleibt grundsätzlich sehr hoch. Sie ist sogar von 88% im Vorjahr auf 90% leicht gestiegen. Die Politik kann weiterhin mit Unterstützung für eine effektive und sozial gerechte Durchführung der Energiewende rechnen.

 

 

Doch besonders das Thema der sozialen Gerechtigkeit verschärft sich und sorgt für steigenden Unmut bei den Bürgerinnen und Bürgern. Mittlerweile ist eine parteiübergreifende Mehrheit (61%) mit der aktuellen Energiewende-Politik unzufrieden – ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Hauptkritikpunkte: Die derzeitigen Maßnahmen der Politik seien nicht wirksam genug und sozial ungerecht.

 

Das gesunkene Vertrauen überträgt sich auch auf die Parteien: Insbesondere die Regierungsparteien müssen hier deutliche Verluste verkraften. Die Grünen können als einzige Partei zulegen, sie genießen unter den Parteien das größte Vertrauen. Die meisten Bürgerinnen und Bürger sind allerdings mit keiner Partei zufrieden, wenn es um eine effiziente Durchführung der Energiewende geht.

 

 

In der aktuellen Frage des Kohleausstiegs zeichnet sich ebenfalls ein anhaltender breiter Konsens ab. Abgesehen von Wählern der AfD sind mehrheitlich Anhänger aller Parteien für das Vorhaben. Auch in Bundesländern mit Braunkohletagebauen und -kraftwerken ist dies größtenteils der Fall. In der zweitgrößten deutschen Braunkohleregion Lausitz lehnt eine relative Mehrheit (43%) der Bevölkerung den Kohleausstieg ab. Nur etwa ein Viertel (27%) der Bürgerinnen und Bürger dort befürworten den Ausstieg.

 

 

Die Unterstützung von regenerativen Energien bleibt stark, auch beim Windausbau: Selbst in Gemeinden und Städten mit Windanlagen fühlt sich eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger davon nicht gestört. Betrachtet man die deutsche Gesamtbevölkerung, stören sich 7% der Bürgerinnen und Bürger an Windausbau-Projekten, 2% davon stark.

 

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