Digitale Energiewende

In einem methodisch sehr anspruchsvollen Prozess hat sich dynamis zusammen mit seinem Projektpartner, der Stiftung neue Verantwortung, mit der Digitalisierung der Energiewende beschäftigt. Das Projekt lief von August 2016 bis Dezember 2017. Im Vordergrund stand die Frage: Kann die Digitalisierung dazu beitragen, dass der Mensch in seiner Rolle als Verbraucher stärker in den Mittelpunkt des Energiemarkt rückt? Die Antwort sollten rund 30 Expertinnen und Experten geben, die in drei Workshops eine Szenarien-Analyse entwickelt haben. Sie fiel klar aus und ist in einem Projektbericht festgehalten: Die Digitalisierung hat diesbezüglich ein sehr großes Potenzial.

 

In einer digitalisierten Energiewelt können Verbraucher – vor allem in ihrer Eigenschaft als Prosumenten – an Märkten und damit auch an Wertschöpfungsprozessen teilhaben, die bisher nur großen Marktakteuren vorbehalten waren. Die Rede ist nicht nur vom Großhandelsmarkt für Strom, sondern vor allem auch vom Regelenergiemarkt sowie von Systemdienstleistungsmärkten. Insofern kann man davon sprechen, dass die Digitalisierung verspricht, die Idee der Liberalisierung der Strommärkte aus den späten 1990er-Jahren endlich zu vollenden.

 

Wie weit allerdings dieser Gedanken greifen kann und (aus einer normativen, gesellschaftspolitischen Perspektive) auch greifen soll – den Auftrag, dies herauszufinden, gab das Projekt als Auftrag gewissermaßen an dynamis zurück.

 

Eine Beantwortung setzt zunächst ein hinreichend profundes Wissen über die Verbraucherpräferenzen voraus: Inwieweit sind die Verbraucher bereit, die Möglichkeiten der Digitalisierung tatsächlich auszunützen? Welche Verbraucher vollziehen den Paradigmenwechsel, den die Digitalisierung erlaubt, nach und wandeln sich von passiven Konsumenten zu höchstaktiven Prosumenten?

 

In den Labs “Zeche Zollverein”, BroichStrom und Prosumer 2.0 will dynamis die entsprechenden Antworten erbringen.

 

Erst wenn diesen Fragen beantwortet sind, kann sinnvollerweise über eine Anpassung des Marktdesigns entschieden werden.

 

Ansprechpartner: René Mono