¿Hola Energiewende in Südamerika?

Studentin Amrei reiste im Winter 2018 durch Südamerika und beantwortet für uns unter anderem die Frage, wie die Menschen die Risiken des Klimawandels wahrnehmen, sie mit ihren Ressourcen umgehen und ob die Energiewende hier schon angekommen ist.

 

In Südamerika gibt es Orte, die schon heute die Folgen des Klimawandels bemerken. Auf der Salkantay-Wanderung in den peruanischen Anden haben wir in einer Stunde mehr als fünf Lawinen aus der Ferne gesehen. Unser Guide erklärte, dass die Gletscher durch das immer wärmere Klima schmelzen. Was ich besonders ungerecht finde: Die Einheimischen selbst leben im Einklang mit der Natur – zum Beispiel nutzen sie nur ca. drei Stunden am Tag Strom und den gewinnen diesen aus Sonnenenergie.

 

Die Sicht ist beeindruckend – doch leider sind hier schon erste Folgen des Klimawandels zu spüren.

 

Immer wieder ist mir aufgefallen, dass die Südamerikaner erneuerbare Energien nutzen, wie diese Photovoltaik-Anlage am Strand in Kolumbien:

 

Sonnenenergie ist eine gute Alternative in Kolumbien: Das Land kommt auf durchschnittlich 5 Sonnenstunden am Tag.

 

Aber um die Nutzung erneuerbare Energien wirklich auf gesellschaftlicher Ebene zu etablieren, fehlen eindeutige Zeichen der Politik (zumindest in Chile), wie mir Alex, der Ingenieurwissenschaften studiert, erklärt hat:

 

 

Ein anderes Problem, das mir immer wieder aufgefallen ist, ist der hohe Plastikverbrauch. An jeder Kasse im Supermarkt sind Mitarbeiter, die meine Einkäufe in Plastiktüten packen. Aber auch hier scheint ein Umdenken stattzufinden – in Chile gibt es jetzt ein Gesetz, dass man pro Einkauf maximal zwei Tüten erhält. Wenigstens ein Anfang!

 

Die Mitarbeiter packen die Einkäufe in Plastiktüten…

 

…jedoch sind nur noch zwei pro Einkauf erlaubt.

 

Wie Südamerika mit den Themen Klimawandel und Energiewende umgehen wird, wird eine große Rolle spielen – man denke zum Beispiel an den Erhalt des Amazonas. Durch den Wahlsieg Bolsonaros in Brasilien sorgen sich viele um genau diesen. Der Kontinent birgt aber auch andere Ressourcen, die wichtig für die Energiewende sind.

 

Die Landschaft ist surreal und wunderschön. Doch nicht nur für Touristen ist der Salzsee ein attraktives Ziel.

 

Salar de Uyuni ist ein riesiger Salzsee, auf dessen Kruste man sich problemlos fortbewegen kann. Darunter vermuten Experten das größte Lithium-Vorkommen der Welt. Deutschland hat im Dezember 2018 einen Vertrag mit der bolivianischen Regierung unterzeichnet, in dem es sich den Zugriff darauf sichert. Lithium wird für Akkus benötigt, zum Beispiel also für Elektroautos – ein Rohstoff, dessen Rolle in Zukunft stetig wachsen wird. Nicht alle Experten stehen diesem Projekt positiv gegenüber. Umweltschützer sorgen sich beispielsweise um den Wasserhaushalts des Salzsees.

 

Schaut auf dem Instagram-Kanal von dynamis vorbei, um noch mehr von meine Eindrücken aus Südamerika zu erfahren.

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