Lab Zollverein: Gemeinsam klimafreundliche Mobilität entwickeln

Beim Klimaschutz kommt dem Verkehrssektor, einem der Hauptverursacher von CO2, eine  entscheidende Bedeutung zu. Auf den kleinesten gemeinsamen Nenner – mehr Klimaschutz und weniger Stau – können sich viele Menschen einigen. Auf den eigenen Wagen wollen viele Pendler und Stadtbewohner im Alltag dennoch oft nur ungern verzichten.

 

Welche Rahmenbedingungen gilt es also zu schaffen, damit möglichst viele Menschen das Auto öfter stehen lassen oder gar ganz auf den eigenen PKW verzichten? Und dennoch bequem, sicher und schnell ans Ziel zu kommen? Welche Rolle können Elektroautos, Drohnen, Car Sharing, Clever Shuttle, Fahrräder, ÖPNV on demand oder auch autonomes Fahren spielen?

Solche Fragen können nicht befriedigend beantwortet werden ohne die Betroffenen zu Wort kommen zu lassen. Genau darum geht es bei dem neuen Forschungs- und Entwicklungsprojekt dynamis Lab Mobilität Zollverein . Ziel dieses Labs ist es, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, Experimentierräume zu schaffen und Lösungsansätze für ihre Mobilität zu finden.

 

Die sowohl von Einheimischen als auch Touristen stark frequentierte Entwicklungsfläche rund um die Zeche Zollverein sowie die daran angrenzenden gewachsene Stadtteile eignen sich hervorragend als Forschungsobjekt. In die Untersuchung werden drei sehr unterschiedliche Nutzergruppen einbezogen: Die wachsenden Zahl von Mitarbeitern der Institutionen und ansässigen Firmen auf dem Gelände des Zollverein sowie den Studierenden der neuen Folkwang Universität der Künste. Die zweite Gruppe besteht aus den Bewohnern der umliegenden Quartieren sowie dort ansässige kleine und mittelständische Unternehmen. Die dritte Gruppe bilden Besucher und Touristen des vielfältigen kulturellen Angebots des Welterbe Zollvereins. Diese Vielfalt wird Ergebnisse liefern, die sich auch auf andere Quartiere übertragen lassen sollen.

 

Im Rahmen des Projektes wird ebenfalls untersucht inwieweit sich Elektromobilität als Flexibilitätsoption in den Stromsektor integrieren lassen könnte. Auch hier gilt das Augenmerk weniger der Technologie als dem Nutzer. Denn bisher ist kaum erforscht, wie Menschen sich beim Laden von E-Autos verhalten und wie das der Stabilität des Stromnetzes helfen könnte.

 

Mit Hilfe eines nutzerorientierten Szenarios, das innovative Angebote, Anreizsysteme und niedrigschwellige Erprobungsmöglichkeiten umfasst, wird im Rahmen des Lab erfasst werden, ob und inwiefern durch nutzungsorientierte Mobilitätsangebote Verkehrsströme effizienter gestaltet, bestehende Mobilitätsangebote verbessert und neue geschaffen werden können.

 

Die Entwicklung des Reallabors hat im Sommer 2019 begonnen, die Durchführung ist ab 2020 geplant. Die beteiligten Projektpartner sind dynamis, die RAG-Stiftung, die Stiftung Mercator und die Stiftung Zollverein.

 

Ansprechpartnerin: Svenja Feuster