Podiumsdiskussion
zum Nachhaltigkeits- barometer

Die positive Einstellung der Bevölkerung zu den Zielen der Energiewende ist robust – angesichts der Kritik an der Umsetzung ist das auch ein wenig erstaunlich. Hintergrund für die hohe Motivation könnte das grundlegende Verständnis der Energiewende als Generationenprojekt sein. Der Aspekt der Gerechtigkeit ist dabei wesentlich für die Verbraucher – die richtigen Instrumente der Umsetzung sind strittig und wurden auch bei der Vorstellung der Studienergebnisse intensiv diskutiert.

 


Die Köpfe hinter der Studie: Ortwin Renn, Ira Matuschke und Daniela Setton vom IASS

 

 

Lesen Sie hier die Statements unserer Panelgäste

 

    • Manuel Frondel, Leiter Kompetenzbereich Umwelt und Ressourcen, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

      Mit 42% fällt für mich der Anteil derjenigen Befragten, die nicht glauben, dass die Energiewende langfristig kostengünstiger wird, überraschend hoch aus.
      Den von vielen Seiten geäußerten Behauptungen, die Energiewende werde am Ende die insgesamt kostengünstigere Variante im Vergleich zu einer stärker auf konventionellen Technologien beruhenden Energieversorgung, stimmen somit viele Befragten nicht zu.Tatsächlich aber bin ich gar nicht so sehr überrascht über einige Ergebnisse, da wir die forsa-Haushalte zu einigen Themen bereits in früheren Jahren im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projektes befragt haben. So gaben auch im Jahr 2013 84% der Befragten an, dass der Ausbau der Erneuerbaren grundsätzlich gefördert werden sollte. Die Befürwortung des Erneuerbaren-Ausbaus ist also unverändert hoch.
    • Thomas Holzmann, Vizepräsident Umweltbundesamt

      Das Barometer zeigt, dass die Politik den gesellschaftlichen Entwicklungen hinterherhinkt: Zwei Drittel der Bevölkerung befürworten den Kohleausstieg; auch in den Bundesländern mit Kohlebergbau unterstützen über die Hälfte der Menschen dies. Hier ist die Politik gefragt, den Ausstieg aus der Kohle jetzt schrittweise und verbindlich zu beschließen.

    • Edda Müller, Vorstandsvorsitzende, Transparency International

      Überrascht hat mich, dass ein großer Teil der Befragten nicht nach staatlichen Subventionen ruft, sondern diejenigen stärker in die finanzielle Pflicht nehmen wollen, die besonders hohe CO2-Emissionen verursachen

    • Tilman Schwencke, Geschäftsbereichsleiter Strategie und Politik, BDEW

      Die Ergebnisse überraschen mich nicht. Die Aufbruchstimmung liegt nun aber hinter uns. Jetzt kommt eine entscheidenden Phase der Energiewende, in der spürbare Eingriffe und Veränderungen eintreten werden, die weitreichender sein werden, als viele annehmen. Die Fragen sind also: Wie nehmen wir hier die Menschen mit und wie können wir den Umbau gerecht finanzieren? Das System muss neu geordnet werden. Wir müssen uns trauen, es vom Kopf auf die Füße zu stellen, um auch Raum für Innovationen zu öffnen.

    • Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie

      Dass die einkommensschwachen Haushalte die Kosten tragen, während die, die mehr verdienen sogar profitieren und z.B. in EEG-Anlagen investiert haben, ist für mich nicht überraschend. Dass der Wille zur Wende dennoch ungebrochen ist, darf nicht als konstante Selbstverständlichkeit angesehen werden. Nun gilt es aufeinander zuzugehen und die richtigen Instrumente zu bestimmen, damit die Wende gelingt und auch Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit gesichert bleiben.

 

 

Stimmen aus der Wissenschaft im Science Media Center (externer Link)

 

 

Und so sahen es die Medien

 

„Das denken die Deutschen über die Energiewende“
(Frankfurter Allgemeine)
„Die Menschen sind unzufrieden mit der Umsetzung“
(Deutschlandfunk).
„Soziales Nachhaltigkeitsbarometer zur Energiewende zeigt breite Zustimmung“
(Sonnenseite)
„Polls reveal citizens‘ support for Energiewende“
(Clean Energy Wire)
„Deutsche wollen gerechtere Energiewende“
(bizz energy)

 

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Fotos: IASS Potsdam/Dirk Enters