Presseinformation Berlin, 1. Dezember 2016
Neuer Akteur fokussiert auf die soziale Nachhaltigkeit der Energiewende

  • innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft, IASS und 100 prozent erneuerbar 
stiftung tun sich zusammen
  • Gesellschaftliche Teilhabe als Schlüsselfaktor für den Erfolg der Energiewende
  • Nachhaltigkeitsbarometer macht Handlungsbedarf sichtbar, Reallabore sollen Experimentierräume schaffen

Das Institute for Advanced Sustainibility Studies (IASS), die innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft und die 100 prozent erneuerbar stiftung haben heute den Start einer neuen Kooperation bekannt gegeben. Sie trägt den Namen dynamis und soll eine wichtige Leerstelle im Energiewendediskurs in den Fokus nehmen: die soziale Nachhaltigkeit.

 

„Die Energiewende hat ein riesiges Potenzial für die Gesellschaft“, sagt Ortwin Renn, wissenschaftlicher Direktor am IASS. „Wir werden es aber nur erschließen, wenn wir die damit verbundenen Risiken, Chancen und Herausforderungen verstehen.“

 

Dabei geht es dynamis vor allem um gesellschaftliche Teilhabe. Wer ist an der Energiewende wirtschaftlich beteiligt, wer nicht? Wie sieht es in Bezug auf die Mitwirkung an den politischen Entscheidungen über die Energiewende aus? Und inwieweit können die Menschen die Energiewende nutzen, um ihre eigene Lebensentwürfe zu verwirklichen? Fragen wie diese will dynamis in ihrem Trägerprojekt, dem „Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende“, wissenschaftlich beantworten. „Das ist fundamental wichtig. Denn politisch wird beispielsweise über die soziale Gerechtigkeit der Energiewende zunehmend kontrovers diskutiert. Es fehlt eine belastbare Wissensgrundlage. Diese wollen wir liefern, indem wir mit dem Nachhaltigkeitsbarometer die sozialen Faktoren der Energiewende erstmals empirisch-analytisch erfassen. So wird eine fundierte Bewertung der sozialen Nachhaltigkeit der Energiewende möglich“, erklärt Renn.

 

Das Nachhaltigkeitsbarometer soll jährliche Ergebnisse liefern und so Entscheidern in Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft als Referenzpunkt dienen. „Damit können wir zentrale Handlungsfelder für eine soziale Nachhaltigkeit der Energiewende aufzeigen, Fortschritte sichtbar machen und unterschiedliche Entwicklungspfade bei der Transformation des Energiesystems besser vergleichen“, erläutert Renn.

 

dynamis geht es aber auch um konkrete Lösungen für eine dezentrale Energiewende. Diese sollen nicht am grünen Tisch entwickelt werden, sondern dort, wo die dezentrale Energiewende lebt, oder auch gerade dort, wo sie stockt. „Ob es die Entwicklung eines regionalen Energiesystems als Gemeinschaftswerk, Quartierslösungen mit erneuerbaren Energien in sozialen Brennpunkten oder die Auswirkungen der Digitalisierung auf die gesellschaftliche Teilhabe sind – Antworten auf diese komplexen Fragen werden wir nur im realen Leben erproben können. Daher setzen wir auf die Methode der Reallabore. Das heißt: Wir wollen in der sozialen Wirklichkeit feststellen, welche Teilhabemodelle der dezentralen Energiewende funktionieren und welche nicht“, erläutert René Mono, Vorstand der 100 prozent erneuerbar stiftung. „Die Ergebnisse, die wir in den Reallaboren erreichen, führen wir dann in den wissenschaftlichen und politischen Fachdiskurs zurück. Diese enge Verzahnung zwischen der wissenschaftlichen Arbeit, dem Ausprobieren vor Ort und der Reflektion der so erlangten Erkenntnisse ist dynamis eigen. Daher bezeichnen wir uns als „Think-Do-Rethink-Tank“.

 

Mit der Kooperation der drei ungleichen Partner setzt dynamis bewusst ein Ausrufezeichen.
„Wir müssen das Lagerdenken überwinden und die Energiewende als Gemeinschaftsprojekt gestalten“, so Stephan Muschick, Geschäftsführer der innogy Stiftung. „Unsere sicher ungewöhnliche Kooperation ist hier bereits ein erster Schritt.“ Alle Partner bringen umfassendes Know-how und ganz unterschiedliche Projekte zum Thema Energie in das Netzwerk ein – Zukunftsideen sollen gemeinsam entwickelt werden. „Wir legen den Fokus auf Beteiligung“, so Muschick. „Zwar verringert sich die Distanz zwischen Produzenten und Konsumenten durch neue Technologien und dezentrale Erzeugung. Doch zahlreiche Barrieren verhindern nach wie vor eine dynamische und faire Energiewende. Diese wollen wir erkennen und abbauen helfen“. dynamis sei daher stets an neuen Partnerschaften interessiert.

 

Über dynamis

dynamis ist eine Kooperation des Institute for Advanced Sustainibility Studies, der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft (ehemals RWE Stiftung) und der 100 prozent erneuerbar stiftung. Sie wurde am 1. Dezember 2016 ins Leben gerufen und ist zunächst auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt. dynamis versteht sich als Netzwerk und steht weiteren Partnern, Kooperationen oder Projekten offen

Für Rückfragen
Daniela Berglehn
innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gGmbH
Opernplatz 1
D-45128 Essen
Mobil + 49 162 2519108
Email kontakt@dynamis-online.de

 

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