Supersommer oder Katastrophenklima? Wie Sprache den Diskurs über die Energiewende prägt – Teil 2

„Die Dürre 2018 wird als Katastrophenereignis in Erinnerung bleiben“, sagte der Autor und FAZ-Redakteur Jan Grossarth im 1. Teil des Interviews mit dynamis-Mitgründer Stephan Muschick. Inwiefern das auch eine gesellschaftspolitische Wirkung entfaltet – nicht zuletzt mit Blick auf die Energiewende und ihre breitenwirksame Akzeptanz, hängt nach seinen Studien jedoch maßgeblich vom (sprachlichen) Gestalten des Diskurses ab. Im 2. Teil des Gesprächs mit Muschick verdeutlicht der Diplom-Volkswirt, dass dies mit vielen Mühen verbunden sein kann: Schließlich herrsche bisweilen „eine erschreckende Inhaltsverweigerung“ – was vor allem an der medialen Verzerrung liege. Mit Vorliebe werde über das Negative berichtet, Erfolgsgeschichten gingen dagegen oft unter.

 

Millionen Menschen für eine ökologische Notlage sensibilisieren!

 

Umso bedeutsamer erscheint es darum, diese in der Kommunikation hervorzuheben. Dass dies gelingen kann, zeigt nicht zuletzt der überwältigende Erfolg von Peter Wohlleben: Der Förster steht mit seinen Sachbüchern über den Wald seit Jahren regelmäßig ganz vorn in den Bestsellerlisten. Wieso? Er benutzt „kraftvolle Bilder“, sagt Grossarth; zwar gehe es vordergründig um Bäume, aber es treffe „ein tiefes kulturelles Bedürfnis der Menschen“, denn „es weckt Sehnsucht nach Verbindungen“. Und wem das gelingt, der kann viel erreichen – zum Beispiel „Millionen von Menschen für eine ökologische Notlage“ zu sensibilisieren! Ein Vorbild auch für die Energiewende? Antworten gibt es im Blog der innogy Stiftung.

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